Qualitätsentwicklung durch Berichtswesen
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Der Einfluss von Demografie und Sozialstruktur auf die Jugendhilfe

Demografische und sozialstrukturelle Faktoren bilden den Rahmen, in dem die Kinder- und Jugendhilfe arbeitet. Ihre Aufgabe ist, es neben dem Bestand an Angeboten auch den Bedarf an Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe festzustellen, um diesen ausreichend und rechtzeitig zu befriedigen (§ 80 SGB VIII). Im Bereich der Kindertagesstättenbedarfsplanung ist die Bedeutung der Bevölkerungsentwicklung womöglich am deutlichsten. Doch auch in den anderen Leistungsbereichen der Kinder- und Jugendhilfe ist eine Beobachtung von Demografie und Sozialstruktur von besonderer Bedeutung. Eine verstärkte Zu- oder Abwanderung in eine Kommune, die Entwicklung der Kinderarmutsgefährdungsquote, Segregationsprozesse und weitere Faktoren nehmen Einfluss darauf, wie sich die Inanspruchnahme von Jugendhilfeleistungen entwickelt.

Die rheinland-pfälzische Bevölkerung ist in den letzten sechs Jahren gewachsen

Die Bevölkerung in Rheinland-Pfalz ist seit der letzten Volkszählung (Zensus 2011) deutlich angestiegen. Im Jahr 2011 lebten insgesamt 3,99 Millionen Menschen im Land, während es im Jahr 2017 insgesamt 4,07 Millionen sind. Diese Entwicklung entspricht einer Steigerung von plus 2,1 Prozent. Der höchste Bevölkerungszuwachs kann zwischen 2014 und 2015 beobachtet werden.

Zuwachs der unter 3-Jährigen um 19 Prozent seit 2011 – Gesamtzahl der jungen Menschen stagniert

Die Zahl der unter 21-jährigen jungen Menschen in Rheinland-Pfalz ist von 2011 zu 2017 leicht um minus 0,8 Prozent gesunken. Dieser Gesamtentwicklung liegen viele unterschiedliche Trends zugrunde. Bei den 9- bis unter 21-Jährigen lassen sich in allen Altersgruppen Rückgänge von minus 2,8 Prozent (18- bis unter 21-Jährige) bis zu minus 12,5 Prozent (12- bis unter 15-Jährige) beobachten. Die jüngeren Altersgruppen hingegen haben jeweils zugenommen. Die 6- bis unter 9-Jährigen um plus 1,5 Prozent, die 3- bis unter 6-Jährigen um plus 7,9 Prozent und die unter 3-Jährigen um plus 19,1 Prozent.
Die Gründe dafür, dass die Anzahl der unter 3-Jährigen gestiegen ist, waren insbesondere das Erreichen des gebärfähigen Alters der geburtenstarken Jahrgänge sowie Zuwanderung aus Ländern mit höherer Geburtenrate. Die Geburten in Rheinland-Pfalz sind von 2011 (31.081) bis 2016 (37.519) deutlich um rund 21 Prozent angestiegen. Im Jahr 2017 kamen 37.445 junge Menschen lebend zur Welt. Es scheint, als sei der Geburtenanstieg damit zunächst angehalten. Dies sollte jedoch nicht den Blick darauf verstellen, dass die Geburtenzahl 2017 die dritthöchste seit der Jahrtausendwende ist.

Alle Kommunen sind von Kinderarmut betroffen, wenn auch unterschiedlich stark

In allen rheinland-pfälzischen Kommunen leben Kinder in Armut oder sind von ihr bedroht. Im landesweiten Durchschnitt sind es rund 124 von 1.000 der unter 15-Jährigen, die Sozialgeld gem. SGB II beziehen. Diese Kinder leben häufiger in den kreisfreien und kreisangehörigen Städten. Hier ist rund ein Fünftel der Kinder von Armut betroffen. In den Landkreisen ist ihr Anteil mit 8,9 Prozent deutlich niedriger. Es zeigen sich zusätzlich innerhalb der Gruppen der Landkreise und Städte deutliche Differenzen. So reicht die Kinderarmutsgefährdungsquote in den Städten von 12,1 bis zu 30,2 Prozent und in den Landkreisen von 6,1 bis 11,8 Prozent. Kinderarmut ist ein Phänomen, das jede Kommune in Rheinland-Pfalz betrifft und manche in besonderem Maße.