Qualitätsentwicklung durch Berichtswesen
Qualitätsentwicklung durch Berichtswesen
Qualitätsentwicklung durch Berichtswesen
Qualitätsentwicklung durch Berichtswesen

Hilfen zur Erziehung - Aktuelle Befunde zum Erhebungsjahr 2017

 

Fallzahlen verbleiben auf hohem Niveau: landesweiter Anstieg um 1,1 % im Jahresvergleich 2016/2017

Im Jahr 2017 wurden in Rheinland-Pfalz 26.835 Hilfen zur Erziehung gem. §§ 27 Abs. 2, 29-35, 41 SGB VIII (ohne Hilfen für unbegleitete minderjährige Ausländer) gewährt. Damit setzt sich der Trend der Vorjahre fort: Nach der starken Expansionsphase zwischen den Jahren 2002 und 2011 und dem einmaligen leichten Rückgang der Fallzahl im Berichtszeitraum 2014/2015 ist weiterhin ein deutlich schwächerer Fallzahlanstieg zu beobachten. Im Vergleich zum Erhebungsjahr 2016 sind die Fallzahlen der erzieherischen Hilfen um 297 Hilfen bzw. 1,1 % angestiegen.

 

Rund 3 % der jungen Menschen unter 21 Jahren erhalten in Rheinland-Pfalz eine Hilfe zur Erziehung

Werden die Fallzahlen der Hilfen zur Erziehung in Relation zur Bevölkerung unter 21 Jahren gesetzt, so ergibt sich im Jahr 2017 landesweit ein Wert von 33,8 Hilfen gem. §§ 27 Abs. 2, 29-35, 41 SGB VIII je 1.000 junger Menschen im Alter von unter 21 Jahren in Rheinland-Pfalz. Anders ausgedrückt haben rund 3,4 % der rheinland-pfälzischen Kinder und Jugendlichen unter 21 Jahren eine Hilfe zur Erziehung erhalten.

 

Der Ausbau ambulanter Hilfen setzt sich fort – wenn auch weniger stark

Im Zuge des Ausbaus der ambulanten Angebote der Kinder- und Jugendhilfe (§§ 27 Abs. 2 amb., 29-31, 35 amb., 41 amb. SGB VIII) haben sich deren Fallzahlen seit 2002 nahezu verdreifacht. Im Jahr 2017 wurden 14.281 Hilfen im ambulanten Bereich durchgeführt; im Jahr 2002 waren es noch 5.161 Hilfen. Der Vorjahresvergleich in Rheinland-Pfalz zeigt zwischen den Jahren 2016 und 2017 einen Anstieg der ambulanten Hilfen um 191 Hilfen bzw. 1,4 %.

 

 

 

 

Die Fallzahlen der Vollzeitpflege und Heimerziehung nähern sich weiter an

Neben den ambulanten Hilfen wurde in den letzten Jahren in Rheinland-Pfalz auch der Bereich der Vollzeitpflege (§ 33 SGB VIII) deutlich ausgebaut. Seit Beginn der Erhebung im Jahr 2002 ist eine kontinuierliche Steigerung der Inanspruchnahmequote in diesem Bereich zu beobachten. Wurden im Jahr 2002 3.266 Hilfen gem. § 33 SGB VIII gewährt, sind es im Jahr 2017 insgesamt 5.147 Hilfen. Damit sind die Fallzahlen der Vollzeitpflege in dem Berichtszeitraum um rund 58 % angestiegen und liegen annähernd auf dem Niveau der stationären Hilfen (§§ 27 Abs. 2 stat., 34, 35 stat., 41 stat. SGB VIII), von denen insgesamt 5.507 gewährt wurden.

 

Erstmals landesweit über 400 Millionen Euro Bruttoaufwendungen für Hilfen zur Erziehung

Landesweit wurden im Jahr 2017 rund 412 Millionen Euro für Hilfen zur Erziehung nach §§ 27 Abs. 2, 29-35, 41 SGB VIII (ohne Aufwendungen für Hilfen für unbegleitete minderjährige Ausländer) aufgewendet. Im Vergleich zum Beginn der Ausgabenerhebung im Jahr 2005 zeigt sich damit ein Anstieg der Aufwendungen um rund 180 Millionen Euro bzw. rund 78 %. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben für erzieherische Hilfen landesweit um etwa 17 Millionen Euro und damit um 4,3 % angestiegen.

 

 

Weiterer Zuwachs der Personalressourcen in den Sozialen Diensten

Im Jahr 2017 gibt es in Rheinland-Pfalz rund 727 Vollzeitstellenäquivalente in den Sozialen Diensten der Jugendämter. Berücksichtigt wurden hierbei alle Personalstellen, die in den Arbeitsbereichen Allgemeiner Sozialer Dienst, Pflegekinderdienst, Jugendgerichtshilfe, Heimkinderdienst und Trennungs- und Scheidungsberatung des öffentlichen Jugendhilfe-trägers liegen. Seit Beginn der Erhebung im Jahr 2002 zeigt sich ein kontinuierlicher Ausbau der Personalressourcen in den Jugendämtern um ca. 70 %. Im Jahr 2017 hat der Ausbau der Personalstellen in den Sozialen Diensten mit einem Anstieg von 6,4 % noch einmal an Dynamik gewonnen. Absolut haben die 41 Jugendamtsbezirke in Rheinland-Pfalz die Sozialen Dienste um insgesamt knapp 44 Vollzeitstellen im Jahr 2017 im Vergleich zu 2016 erweitert.