Qualitätsentwicklung durch Berichtswesen
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Hilfen zur Erziehung - Aktuelle Befunde zum Erhebungsjahr 2019

Erneuter Anstieg der Fallzahlen: Hilfen zur Erziehung erreichen im Jahr 2019 neuen Höchststand

Im Jahr 2019 wurden in Rheinland-Pfalz 29.422 Hilfen zur Erziehung gem. §§ 27 Abs. 2, 29-35, 41 SGB VIII (ohne Hilfen für unbegleitete minderjährige Ausländer) gewährt. Damit setzt sich der Trend der Vorjahre fort: Nach der starken Expansionsphase zwischen den Jahren 2002 und 2011, dem einmaligen leichten Rückgang der Fallzahl im Berichtszeitraum 2014/2015, ist erneut ein Fallzahlanstieg zu beobachten. Im Vergleich zum Erhebungsjahr 2018 sind die Fallzahlen der erzieherischen Hilfen um 1.134 Hilfen bzw. 4,0 % angestiegen.
 

Rund 4 % der jungen Menschen unter 21 Jahren erhalten in Rheinland-Pfalz eine Hilfe zur Erziehung

Werden die Fallzahlen der Hilfen zur Erziehung in Relation zur Bevölkerung unter 21 Jahren gesetzt, so ergibt sich im Jahr 2019 landesweit ein Wert von 37,2 Hilfen gem. §§ 27 Abs. 2, 29-35, 41 SGB VIII je 1.000 junger Menschen im Alter von unter 21 Jahren in Rheinland-Pfalz. Anders ausgedrückt haben 3,7 % der rheinland-pfälzischen Kinder und Jugendlichen unter 21 Jahren eine Hilfe zur Erziehung erhalten.

 

Ausbau ambulanter Hilfen setzt sich fort: Landesweiter Fallzahlanstieg von rund 6 %

Im Zuge des Ausbaus der ambulanten Angebote der Kinder- und Jugendhilfe (§§ 27 Abs. 2 amb., 29-31, 35 amb., 41 amb. SGB VIII) hat sich deren Fallzahl seit 2002 mehr als verdreifacht. Im Jahr 2019 wurden in Rheinland-Pfalz 16.341 Hilfen im ambulanten Bereich durchgeführt; im Jahr 2002 waren es noch 5.161 Hilfen. Der Vorjahresvergleich in Rheinland-Pfalz zeigt zwischen den Jahren 2018 und 2019 einen Anstieg der ambulanten Hilfen um 922 Hilfen bzw. 6,3 %. Eine Steigerungsrate in dieser Größenordnung wurde ebenfalls im Vorjahr verzeichnet.

 

 

Die Fallzahlen der Vollzeitpflege und Heimerziehung nähern sich weiter an

Neben den ambulanten Hilfen wurde in den letzten Jahren in Rheinland-Pfalz auch der Bereich der Vollzeitpflege (§ 33 SGB VIII) deutlich ausgebaut. Seit Beginn der Erhebung im Jahr 2002 ist eine kontinuierliche Steigerung der Inanspruchnahmequote in diesem Bereich zu beobachten. Wurden im Jahr 2002 3.266 Hilfen gem. § 33 SGB VIII gewährt, sind es im Jahr 2019 insgesamt 5.165 Hilfen. Damit sind die Fallzahlen der Vollzeitpflege in dem Berichtszeitraum um rund 58 % angestiegen. Im Berichtsjahr 2019 sind landesweit 5.946 stationäre Hilfen (§§ 27 Abs. 2 stat., 34, 35 stat., 41 stat. SGB VIII) gewährt worden.

 

Erstmals landesweit über 460 Millionen Euro Bruttoaufwendungen für Hilfen zur Erziehung

Landesweit wurden im Jahr 2019 rund 461 Millionen Euro für Hilfen zur Erziehung nach §§ 27 Abs. 2, 29-35, 41 SGB VIII (ohne Aufwendungen für Hilfen für unbegleitete minderjährige Ausländer) aufgewendet. Im Vergleich zum Beginn der Ausgabenerhebung im Jahr 2005 zeigt sich damit ein Anstieg der Aufwendungen um rund 229 Millionen Euro bzw. rund 98,7%. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben für erzieherische Hilfen landesweit um etwa 33 Millionen Euro und damit um 7,1 % angestiegen.

 

 

Erneuter Ausbau der Personalressourcen in den Jugendämtern um 3,3 %

Im Jahr 2019 gibt es in Rheinland-Pfalz rund 777 Vollzeitstellenäquivalente in den Sozialen Diensten der Jugendämter. Berücksichtigt wurden hierbei alle Personalstellen, die in den Arbeitsbereichen Allgemeiner Sozialer Dienst, Jugendgerichtshilfe, Pflegekinderdienst, Trennungs- und Scheidungsberatung und Heimkinderdienst des öffentlichen Jugendhilfeträgers liegen. Seit Beginn der Erhebung im Jahr 2002 zeigt sich ein kontinuierlicher Ausbau der Personalressourcen in den Jugendämtern um rund 82 %. Diese Entwicklung setzt sich auch im Jahresvergleich 2018 und 2019 mit einem Ausbau der Personalstellen in den Sozialen Diensten um 23 Vollzeitstellen bzw. 3,2 % fort.